Chronik
Obwohl die Feuerwehr Ingeldorf erst 1936 gegründet wurde, diskutierte man jedoch schon 30 Jahre früher, im Jahre 1906, über die Schaffung eines Feuerwehrkorps in der Gemeinde Erpeldingen (Erpeldange). In den Jahren 1899 bis 1906 hatte es einige Feuersbrünste gegeben, was den Gemeinderat dazu veranlasste, über die Schaffung eines gemeindeeigenen Feuerwehrkorps nachzudenken und zu beraten.
Da die Finanzlage der Gemeinde schlecht war, gab es im Gemeinderat keine Bereitschaft Gelder für die Schaffung und den Unterhalt eines Feuerwehrkorps zur Verfügung zu stellen. Falls es notwendig sein sollte, könnte die Ettelbrücker Feuerwehr, so sagte man, in Erpeldingen eingreifen.
Ein Auszug aus dem Deliberationsregister sprach eine klare Sprache:
<< Attendu qu'il n' y a pas de corps de pompiers dans la commune d'Erpeldange et qu' à l'occasion éventuelle d'un incendie les pompiers d'Ettelbruck, n' ayant qu' un chemin de 2 km à parcourir pourrant être sur place en temps utile. La commune d'Erpeldange n' est pas dans le cas de participer aux subsides dans l'intérêt de l'aquisition de matériel à incendie ou de travaux concernant la sécurité publique. >>
Danach war es fünfzehn Jahre ruhig um die eigene Feuerwehr in Erpeldingen.
Erst zu Beginn der zwanziger Jahre flammte die Diskussion wieder auf.
So wurde das erste Feuerwehrmaterial; ein Standrohr mit drehbarem Kopf, zwei Ausläufern und zwei Ventilen zum Preis von 330 Franken (8,20 €); für die Sektion Erpeldingen angeschafft.
Was die Sektion Ingeldorf betraf, so wurde eine Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrkorps Diekirch ausgehandelt.
Die Feuerwehrleute aus Diekirch erklärten sich bereit bei Bränden in Ingeldorf einzugreifen, wenn die Sektion Ingeldorf für die Transportkosten und eventuelle Beschädigungen der Gerätschaften aufkomme.
Einstimmig nahm der damalige Erpeldinger Gemeinderat dieses Abkommen mit der Wehr von Diekirch an.
Am 16. Februar 1936 kam es dann endlich zur Gründung eines eigenen Feuerwehrkorps. Im Anschluss an einen Vortrag von Herrn Pierre Cames aus Ettelbrück, damaliger Generalkassierer des Luxemburger Landes-Feuerwehrverbandes, wurde der neue Verein definitiv aus der Taufe gehoben.
Auf Anhieb zählte der neue Verein 15 Mitglieder und zwar, in alphabetischer Reihenfolge, die Herren Jean Bentz, Henri Bentz, Jean-Pierre Beringer, Joseph Betz, Mathias Betz, Henri Faust, Jean Hamen, Franz Infalt, Léon Marx, Nicolas Marx, Joseph Olinger, Mathias Olinger, Jean-Pierre Reiter, Will Reiter und François Willems.
Die 15 Gründungsmitglieder wählten dann auch den ersten Vorstand der Ingeldorfer Wehr, welcher sich folgendermaßen zusammensetzte:
- Präsident: Jean-Pierre Reiter
- Vizepräsident: Jean-Pierre Beringer
- Sekretär: Nicolas Marx
- Kassierer: Jean Bentz
- Beisitzende: Henri Faust und Franz Infalt
- Instruktor: Henri Bentz
Anlässlich der Kantonaltagung, am 21. Juni 1936 in Schieren, wurde die Feuerwehr Ingeldorf offiziell in den nationalen Feuerwehrverband aufgenommen. Diese Aufnahme wurde am 5. April 1937 vom Landesausschuss bestätigt.
Die Zahl der aktiven Feuerwehrleute war inzwischen auf 20 angestiegen.
Das Jahr 1937 war ein Jahr von großen Aktivitäten.
Es galt das notwendige Material anzuschaffen. Ein Gesuch der Ingeldorfer Wehr zur Anschaffung von Feuerwehrmaterial wurde vom Erpeldinger Gemeinderat positiv aufgenommen.
Einstimmig wurde ein Kredit von 2805,80 Franken (69,55 €) für den Kauf von Feuerwehrmaterial bewilligt. Noch im gleichen Jahr feierte das neue Korps seine Fahnenweihe.
Die Feierlichkeiten zur Fahnenweihe begannen am Sonntagmorgen mit einem feierlichen Gottesdienst in der Ingeldorfer Kapelle. Während diesem wurde die neue Fahne enthüllt und eingesegnet, wobei das Fräulein Catherine Willems als Patin und Louis Tibesar als Pate fungierten. Am Nachmittag zog ein imposanter Umzug durch das Dorf.
Die Feierlichkeiten fanden mit einem Ehrenwein im Vereinsbau ihren Abschluss.
Es ging schnell aufwärts mit der jungen Wehr.
Der Tatendrang der Ingeldorfer Feuerwehrleute wurde jedoch durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges brutal beendet.
Sämtliche Vereine, in denen die Luxemburger Bürger regelmäßig zusammenkamen, waren den braunen Machthabern ein Dorn im Auge.
Die Ingeldorfer Wehr wurde aufgelöst. Sechs Feuerwehrleute traten jedoch der Diekircher Wehr bei.
Nach Kriegsende wurde ein neuer Anfang gemacht. Franz Infalt wurde 1945 zum Kommandanten ernannt.
François Willems übernahm das Amt des Instruktors, welches er schon von 1939 bis 1941 ausgeübt hatte und das er bis zum Jahre 1953 behalten sollte.
Der Neubeginn ging zügig voran. Im Jahre 1947 wurde neues Feuerwehrmaterial angeschafft und 1948 erhielt der Verein seine zweite Fahne.
Diesmal übernahmen Fräulein Fanny Betz und Gründungspräsident Jean-Pierre Reiter die Patenschaften.
Im Jahr 1949 übernahm Jean Bentz den Posten des Kommandanten, welchen er bis ins Jahr 1962 bekleidete. Abgelöst wurde er von Mathias Betz, der die Verantwortung über das Korps bis ins Jahr 1971 trug.
Albert Bindels übernahm dann 1971 den Kommandantenposten, welchen er bis zu seinem plötzlichen Tode am 12. September 1974 behielt.
Nachfolger wurde für 5 Jahre Jean Willems.
Unter der Leitung von Kommandant Jean Willems wurde im Jahr 1975 die erste Tragkraftspritze, eine TS 8/8 in Dienst gestellt.
Ein paar Monate später, im Mai/Juni 1976 folgte das erste TSF (Trag-Spritzen-Fahrzeug), ein Ford Transit mit genormter feuerwehrtechnischer Ausrüstung.
Im Jahre 1978 übernahm der damals 28-jährige Eugène Molitor voller Tatendrang den Kommandantenposten. Bis zum heutigen Tage ist Eugène Molitor Chef de Corps und bleibt es hoffentlich noch lange.
Seit seiner Amtsübernahme ging es mit der Freiwilligen Feuerwehr Ingeldorf langsam aber sicher weiter aufwärts.
Da das TSF, wegen dem ständig wachsenden Material überladen war, wurde am 27. Juli 1983 ein weiteres Fahrzeug, ein Peugeot J-5 in Dienst gestellt.
Dieser wurde dann ebenfalls mit Material beladen und somit der Transit (TSF) entlastet. (Kellerpumpen, B & C- Schläuche, Schaufeln, Bürsten und Sonstiges…).
Im Jahre 1988 wurden erstmals Frauen in der Feuerwehrmannschaft zugelassen.
Als dann im Juli 1989 der erste Spatenstich vom Fundament des neuen Feuerwehrgebäudes erfolgte, begannen die Herzen der Ingeldorfer Feuerwehrleute höher zu schlagen. Das selbe Gebäude wurde im April 1993 zusammen mit einem MTW (Mannschafts-Transport-Wagen) und einem TLF 2000 (Tank-Lösch-Fahrzeug mit 2000 Liter Wassertank) feierlich eingeweiht.
Die freiwillige Feuerwehr Ingeldorf zählt heute 48 Mitglieder, welche sich wie folgt zusammensetzen:
- 3 Veterane
- 24 Aktive Mitglieder (mit Vorstand)
- 21 Jugendfeuerwehrmitglieder
Die Jugendfeuerwehr Ingeldorf wurde am 10. November 1990 gegründet, und bestand am selben Tag aus 11 Jugendlichen. 2 Jugendleiter, Weidert Viv und Molitor Jos betreuen die eifrige Jugendwehr.
Nicht nur im Feuerwehrwesen, sondern auch kulturell war und ist die Feuerwehr Ingeldorf sehr aktiv.
Da es mit Tanzabenden nicht richtig klappen wollte, entschloß sich die Fw Ingeldorf im Jahre 1984 zusammen mit der Jeunesse Ingeldorf ein Grillfest zu veranstalten, welches ein großer Erfolg wurde.
Nach Rückzug der Jeunesse wegen Personalmangels, wurde das Grillfest fortan alljährlich am 15. August von der freiwilligen Feuerwehr ausgerichtet.
Das Fest gewann mit den Jahren immer mehr an Beliebtheit und ist heute aus dem Veranstaltungskalender der Gemeinde nicht mehr wegzudenken.
Im Jahre 2003 fand das 20. Grillfest mit einem besonderen Programm statt.